rechtliche rahmenbedingungen

 

Rechtliche Rahmenbedingungen der Tagespflege


Eine regelmäßige Tagesbetreuung gestaltet sich anders als das gelegentliche Einstellen eines Babysitters. An Tagesmütter oder Tagesväter werden besondere Anforderungen gestellt, denn sie müssen sich an viele rechtliche Bestimmungen halten.

 

Eine Pflegeerlaubnis ist dann notwendig, wenn die Betreuung der Tageskinder länger als drei Monate oder mehr als 15 Stunden in der Woche beträgt.

Diese Erlaubnis zur Kindertagespflege ist in § 43 des  8. Sozialgesetzbuches festgelegt. Sie ist wichtig, damit die Tageskinder über die Landesversicherungsanstalt gesetzlich unfallversichert sind.

Es ist somit aus unfalltechnischen Gründen verpflichtend, die Personalien der Tageskinder an das Jugendamt weiterzuleiten.


Voraussetzungen


Um als Tagespflegeperson tätig werden zu dürfen, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Zunächst einmal müssen die räumlichen Rahmenbedingungen stimmen. Es sollte genug Wohnraum zum Schlafen, Spielen, Hausaufgaben machen, und falls Kinder unter drei Jahren betreut werden, ein Wickeltisch, vorhanden sein.

In einer Mietwohnung ist die Betreuung von Tageskindern gestattet. Man sollte dennoch den Vermieter davon in Kenntnis setzen.
Eine kindgerechte Umgebung ist ebenfalls eine der Voraussetzungen und sollte für die entsprechenden Altersstufen, die zu betreuen sind, geeignet sein.


Qualifikationen


Obwohl Tagesmutter oder Tagesvater kein anerkannter Beruf ist, können Lehrgänge absolviert werden. In diesen Kursen kann eine Pflegeerlaubnis für das Jugendamt erworben werden. Somit ist es einer Tagesmutter gestattet, nicht nur Kinder von Privatpersonen zu betreuen, sondern auch Kinder, die ihr vom Jugendamt vermittelt werden.

In den Kursen für Tagesmütter werden Grundlagen in der Entwicklungspsychologie vermittelt, eine Anleitung für eine sinnvolle Kinderbeschäftigung, sowie rechtliche Rahmenbedingungen. Am Ende wird ein Zertifikat verliehen.


Vereinbarungen


Damit keine Missverständnisse oder Komplikationen entstehen, sollten Vereinbarungen mit den Eltern der Kinder getroffen werden, was man als Tagesmutter darf und was nicht. Ist es beispielsweise erlaubt, das Kind im Auto mitzunehmen, darf es auch zu einem anderen Arzt als zu seinem regulären Hausarzt, ist ein Schwimmbad-Besuch gestattet?


Hoher persönlicher Aufwand

Eine Tagesmutter muss zunächst einen hohen persönlichen Aufwand mitbringen. Denn die Kinder, die sie versorgen muss, sind in der Regel für eine längere Zeit bei ihr. Sie ist somit nicht nur für deren Ernährung oder Hausaufgabenbetreuung zuständig, sondern auch für eine liebevolle Erziehung.

Wenn die Tagesmutter eigene Kinder hat, kann es vorkommen, dass jene auf die betreuten Kinder eifersüchtig werden. Sie müssen dann lernen, genauso wie die Tagesmutter, dass die Tageskinder genauso behandelt werden wie die eigenen.


Beratungsgespräch

Am besten vereinbart man ein Beratungsgespräch beim örtlichen Jugendamt, um die nötigen Voraussetzungen zu erfahren, die man für den Erhalt einer Pflegeerlaubnis benötigt.

Zwar wird bei Eignung die Erlaubnis zur Tagespflege vom Gesetzgeber erteilt, allerdings entscheiden die Kommunen, in welchem Umfang Kenntnisse erworben werden müssen. Manchen Kommunen reicht eine Ausbildung zur Erzieherin, bei anderen müssen Lehrgänge absolviert werden. Die Dauer eines Lehrgangs ist wiederum von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich. (ws)


Weblink: Bundesverband für Kindertagespflege

Auf seiner Homepage gibt der Bundesverband für Kindertagespflege umfangreiche Tipps zu rechtlichen und organisatorischen Fragen rund um das Thema Kindertagespflege. Leider ist die Seite derzeit aufgrund von Umbauarbeiten nur eingeschränkt erreichbar, die Kontaktadressen der Geschäftsstelle sind jedoch weiterhin abgebildet.www.tagesmuetter-bundesverband.de

www.tagesmuetter-bundesverband.de